Text & Fotos: Katja Ruge

Kann denn Liebe Synthie sein?“, so lauten die Titel des Blogs und der Partyreihe, mit denen die Hamburger Fotografin Katja Ruge ihrer Leidenschaft für analoge Synthesizer nachgeht. Für das Synthesizer-Special in der Groove-Ausgabe 95 fotografierte Ruge vor sieben Jahren einige der legendäre Klangmaschinen. Im vergangenen Jahr waren die Bilder der Moogs, Rolands und Arps als großformatige Drucke in einer Ausstellung in Berlin zu sehen, vor knapp zwei Wochen präsentierte Ruge ihre Synthie-Fotos nun auch beim South by Southwest-Festival (SXSW) im texanischen Austin.

 

„Die Einladung kam überraschend: Die Hansestadt Hamburg bat mich, als Teil ihrer offiziellen Delegation beim Musik- und Medienfestival SXSW die Fotos aus der Groove-Bilderstrecke über analoge Synthesizer in Austin auszustellen. Gezeigt wurden die Bilder im Arthouse des Austin Museum of Art (AMOA) im Rahmen der Multimedia-Ausstellung und -Konferenz #FEED.“

 


 

„Die Drucke meiner Fotos, die in Austin zu sehen waren, sind 2,5 auf 1,5 Meter und 3 auf 2 Meter groß. In der Halle, in der sie hingen, fanden tagsüber Podiumsdiskussionen zum Thema Soziale Medien, Musik und Mobilität statt. Zudem konnte man an den beiden Synthesizern, die dort standen Sounds kreieren, sie direkt auf Soundcloud laden und mit anderen teilen.“

 


 

„Abends wurde dann eine Function-One-Anlage aufgestellt und das Museum kurzerhand in einen Club verwandelt, in dem unter anderen Nosaj Thing, Teengirl Fantasy, RJD2 und Com Truise (Bild) auftraten. Am nächsten Morgen konnte man dann auf dem Dach des Arthouses noch seine Yogastunde absolvieren.“

 


 

„,Don’t make to many plans‘, wurde mir geraten, als ich mich auf den Weg zu den restlichen SXSW-Veranstaltungsorten machte. Ein guter Vorschlag, denn das was dort innerhalb einer Woche an Konzerten und Partys angeboten wid, übersteigt jegliches Aufnahmepotenzial! Zudem war es fast unmöglich, Einlass zu heißbegehrten Konzerte wie denen von Grimes oder Nicholas Jaar zu bekommen. Musik aller Art gab es aber an jeder Straßenecke: Beim „Wunderbar Lunch“ der deutschen Initiative Musik spielte etwa Apparat (Bild links) vor dem Restaurant Parkside.“

„Meine persönliche Entdeckung war die Band Soft Metals (Bild rechts) aus Portland, die mit ihren Synthesizerklängen den Soundtrack zu meiner Ausstellung hätte liefern können!“

 


 

„Manchmal war man froh, wenn man sich dem ganzen Festivaltrubel entziehen konnte, zum Beispiel mit einer Bootstour auf dem Lady Bird Lake. Oder wenn man es doch etwas nerdiger wollte, mit einem Besuch im Laden von Switched On (Bilder oben und links), einem Mekka für Synthesizer-Fans!“

 


 

„Für etwas hanseatischen Flair sorgte beim SXSW-Festival der temporäre „Reeperbahn Burgers“-Stand, den die Hansestadt eingerichtet hatte. Die weiteren Highlights dieser ereignisreichen Woche spare ich mir an dieser Stelle aus Platzgründen und empfehle einfach: Auf nach Texas!“

Die nächste Kann denn Liebe Synthie sein-Party findet am Samstag, den 7. April, im Golem in Hamburg statt. Drucke der Synthesizer-Fotos können über Katja Ruges Webseite bestellt werden.