Eines der interessantesten Labels des Jahres 2011 hieß sicher Stroboscopic Artefacts, nicht zuletzt wegen des spannungsreichen Debüt-Albums des Labelbetreibers Lucy. Mit „Stellate” schiebt er nun eine Premium-Reihe an. Limitierte 300er-Auflage, durchsichtiges 10-Inch-Vinyl, acht Tracks pro Veröffentlichung auf zwei Platten. Das Gute daran: Auf der ersten „Stellate“ genügt bereits die Musik. Sie ergeht sich in elektronischen Abstraktionen. Der Chef selbst bezieht sich mit „Vladimir” und „Estragon” auf die beiden Protagonisten in Becketts Warten auf Godot, lässt im Erstgenannten einen staubtrockenen Bass unter einen eisigen Spinett-Sound kriechen und wieder wegfließen, während das zweite Stück ein Tableau von Erwartungen zeichnet. Borful Tang schafft zwei elegante und zeitgemäße Beispiele konkreter Musik, während Perc zwei Atmos anbietet, reich an Kontrasten, reich an Details. Kevin Gorman nennt seine filmreife Sängerinnen-Dramatik „Frequency Part III”, während die widerliche Stimme von George W. Bush ganz allmählich aus dem harmonischen Klingelklangel von „Frequency Phase Parts I and II“ herausgeschält wird. Musik mit Nachdruck.

 


Video: Stellate SeriesTeaser I