Runter gepitchte Oldschool-Patterns, gehauchte Worte, die analoge Ästhetik des Rauschens. Nina Kraviz zieht mit ihrem Album genau das durch, was wir von ihr erwartet haben: Ein sexy Album musste es werden. So sexy, wie House immer sein sollte. Auf den meisten der zehn Tracks ist die Stimme der Russin zu hören, die mal sirenenhaft trällert, mal stöhnt, mal flüstert, immer jedoch lasziv lockt. Das schafft zwar das erstrebte Moment der Unverwechselbarkeit, scheint aber angesichts der Orientierung auf den Club manchmal auch etwas viel. Trotzdem weiß man auch, dass guter House und Liebemachen durchaus Schnittmengen aufweisen. Titel wie „Ghetto Kraviz“, „Best Friend“ oder „Working“ sind allerdings so perfekt in ihrer Eigenheit, dass man sich kaum einen Remix denken kann, der da noch ein Mehr rausholen könnte. Der ausgestellte Reduktionismus der Beats, die in akribischer Perfektion darauf getrimmt wurden, kaputt und dreckig zu klingen, die subtil schleifenden Flächen, die unmittelbar über die inneren Organe kratzen und die eindrückliche Intensität der Langsamkeit, das ist schon ziemliches Understatement. So jedenfalls klingt Deepness 2012.

 


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