Selbstvergessene Ambientmusik aus jener Zeit, als man mit Ambient noch Sozial-Utopien von Freiheit, Teilhabe und ozeanischer Gleichheit verband, die dann aber ebenso enttäuscht werden sollten wie später ähnliche Erwartungen an das Internet. 1994 hatte Uwe Schmidt alias Atom TM das Museum für Zeitgenössische Kunst im finnischen Helsinki rund zwei Stunden lang mit meditativem Rauschen, dunklem Dräuen und sanftem Pulsieren beschallt, angereichert mit ein paar Instrumentensamples – und auch mal dem einen oder anderen 303-Vogelzwitschern. Wie man es damals eben so gemacht hat. Tommi Grönlund, Betreiber des legendären finnischen Sähkö-Labels, das sich mittlerweile nur noch circa einmal im Jahr mit verschrobenen Veröffentlichungen zu Wort meldet, hatte diese alten Aufnahmen wohl noch im Regal stehen. Nun veröffentlicht er sie auf zwei CDs mit einer Hüllengestaltung aus jener Zeit, als man mit manchen CDs noch Design-Utopien verband: rohe Papphüllen, superreduzierte Grafik, handnummeriert, innen graue Einlegeblätter ohne Informationen, außen eine Banderole drum herum. Ein Relikt. Aber ein sehr schönes.