In Japan dürfte es kaum einen Musiker und Produzenten geben, der vielseitiger und dabei in der Qualität seiner Arbeit kompromissloser ist als Kuniyuki Takahashi. Neben den zwischen Deephouse und Jazz, Funk und Soul mäandernden Veröffentlichungen unter seinem bürgerlichen Namen hat er unter dem Alias Koss Elektronisches von Ambient bis Gamelantechno veröffentlicht. Eine Europatournee im November 2010 führte ihn nach Malmö zu seinen Labelkollegen von Minilogue: Marcus Henriksson und Sebastian Mullaert. Eine gemeinsame Session in deren Studio erwies sich als derart inspirationsfördernd, dass die so entstandenen Tracks nun praktisch ungefiltert als Doppelalbum erscheinen. Eine erfreulich mutige Entscheidung des Labels Mule Musiq, denn die extrem langen Stücke gehorchen weder einer konventionellen Tracklogik, noch taugen sie im engeren Sinne als Wohnzimmerambient. Dies ist eine suchende, lose erzählte Raummusik aus reduzierten Beats und wenigen, fragmentarisch bleibenden Melodiefetzen, in entfernter Verwandtschaft zum Improv-Minimal von Cobblestone Jazz, Margaret Dygas oder nsi. Aber gerade der rohe Sessioncharakter macht das Album besonders. Eine der seltenen Platten, bei denen die Rede von „Techno als Jazz“ ernsthaft Substanz hat.