Nach diversen Maxis bei Mordant Music bin ich spätestens seit den ersten Tönen dieses Albums der festen Überzeugung, dass Ekoplekz der vielleicht bemerkenswerteste britische Produzent dieser Tage ist. Die hier versammelten Noise-Tracks mögen zunächst vielleicht wie die pure Hauntology anmuten: Da beschwört doch einer den Geist von ganz frühem britischen Industrial und weiß genauso um das Prinzip von Dub oder den Sound von Basic Channel. Ekoplekz klingt aber weder nach ehrfürchtiger Hommage, noch betreibt er reine Dekonstruktion. Im Gegenteil scheinen die Reminiszenzen, die hier aufgefahren werden, herzlich egal. Diese großartige Nicht-Musik, ein Dröhnen und Blöken, ein Oszillieren und Rauschen (immer aufgerissen: Delay und Verzerrer), klingt wie durch Effektgeräte gewundenes Metall. Vielleicht ist das einfach Punk. Oder sogar der Soundtrack zu einem gesellschaftlichen Zustand, der in England offensichtlich (siehe die Unruhen in diversen Städten) aus den Fugen ist. Ekoplekz braucht nur Hall und ein Mikrofon, um Hardcore zu erzeugen. Das ist so fantastisch – hoffentlich hört Simon Reynolds das.

 


Stream: EkoplekzNeutronik II (Clip)