Dass Jack Hamill etwas für Science Fiction übrig hat, dürfte schon am Projektnamen des jungen Iren auffallen. Ähnlich wie bei Drexciya gibt es bei ihm eine Zukunftserzählung, die seine Musik in einen fiktiven Rahmen stellt, wenn auch ohne klare politische Botschaft. So dreht sich sein neues Minialbum um die Gestalten Max Tiraquon und Mr. 8040, die das Weltall nach einem neuen Zuhause für die Menschheit durchstreifen – auf der Erde haben sich in der Zwischenzeit Aliens breitgemacht.  T h e  P a t h w a y  T o  T i r a q u o n 6  ist zwar lediglich als Prequel zum Debütalbum im nächsten Jahr gedacht, kann aber mit seinen gut 45 Minuten als vollwertiger Langspieler durchgehen. Gegenüber seiner ersten Veröffentlichung auf R&S, die mit einem kosmisch-majestätischen House-Entwurf für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, weitet Hamill sein Spektrum noch einmal aus und zieht alle möglichen Register von räumlich ausgreifendem Ambient über Detroit-informierten Techno bis zu Breakbeats, alles zusammengehalten von einer futuristischen Produktion und fließenden Übergängen. Die Melodien spielen eine etwas weniger offensichtliche Rolle, wodurch sich die einzelnen Tracks stärker dem Gesamtkonzept unterordnen. Dafür zelebriert Hamill die Vielfalt seiner analogen Gerätschaften mit so beeindruckender Sicherheit, dass man sich fragt, in welche Richtung er seinen galaktischen Funk noch so treiben will.