Der Name Ruede Hagelstein und mehr noch der seiner Tech-House-Boygroup The Cheapers steht eigentlich eher für Dancefloor-Entertainment, gute Laune und so weiter. Mit seinem schon länger erwarteten Debütalbum allerdings dürfte Herr Hagelstein einen großen Teil seiner SaSoMo-Fangemeinde irritieren: S o f t  P a c k – durchaus treffend betitelt – ist eine Ode an die Entschleunigung, Musik für DiMiDo, die Zeit der postekstatischen Antriebsschwäche also. Der 4/4-Takt ist hier nur ein Stilmittel unter vielen, eher wird sich an einer Kreuzung von Electronica mit Weltmusik, von psychedelischem Jazz mit Ambient versucht – um all das am Ende mit handgemachtem Pop im Bandformat zu versöhnen. In den besseren Momenten erinnert diese Version einer Must-have-Musik für die Kaffeehäuser von Berlin-Mitte sogar an den Sonnenscheinpop von The Whitest Boy Alive. In den schlechteren allerdings – und die gibt es (das Einschlafliedchen „Good Night“ zum Beispiel gehört nach bescheidener Meinung des Rezensenten eindeutig dazu), kommt ein wenig das Gefühl gut inszenierter Belanglosigkeit auf. Hätte es einen Sommer gegeben, hätte dies eine seiner Platten sein können.


Stream: Ruede Hagelstein & The NoblettesSoft Pack

  • Michel

    Erlend Øye war auch meine erste Assoziation. Plätschert alles so ein wenig dahin, ohne dass man über Bonbons stolpert. Eher nix für die winterzeit.