Auf den ersten Blick eine erstaunliche Kombination: Lawrence und Cocoon. Bei näherem Hinsehen scheint diese Verbindung aber durchaus schlüssig. Der Hamburger Peter Kersten tauchte als Sten bereits 2005 auf einer der – immer für eine Überraschung guten – Compilations der Frankfurter Edeltechno-Adresse auf, gastierte im Amnesia, und Sven Väth fiel auch schon die eine oder andere Dial in die Hände. Für bornierte Geister gehen diese zwei Klischees natürlich nur schwer zusammen: Hedonismus am ibizenkischen Main, an der Elbe wird die Bassdrum hingegen mit Denkerstirn komprimiert. Was für ein Quatsch. Es ist doch viel eher so: Lawrence besitzt einen exquisiten Geschmack und Cocoon als Label heutzutage noch die Möglichkeiten, einen Mix wie T i m e l e s s zu realisieren. Dem Namen und der eigentlichen Paradoxie der Zeitlosigkeit im Bereich der elektronischen Tanzmusik verpflichtet, versammelt Lawrence Allzeit-Favoriten wie „Forever Monna“ von Chez Damier und Stacy Pullen neben der Soul-Capsule-Großtat „Overcome“. Das verkannte Genie Schatrax ist mit einem gleichlautenden Titel dabei, Robert Hood reimt sich auf Roman Flügel, neuere Tracks von Delano Smith, Smallpeople & Rau, Isolée, Pigon oder RVDS warten nur auf ihren Klassikerstatus. Lawrence selbst eröffnet den Reigen mit „Floating“. All das ist frank und frei gemischt, fühlt sich richtig und gut an, atmet und ist meilenweit von der Aseptik des Mix-CD-Fließbands entfernt. Und wenn mit „Ol“ von Plaid der Vorhang fällt, weiß man, dass die Welt ohne T i m e l e s s ein ganzes Stückchen ärmer wäre.