Mittlerweile lebt er wohl in der Berg-und-Wald-Landschaft Südoregons, aber der Sound von Brandon Johnson ist ganz klar geprägt von seiner Heimat Santa Barbara, Südkalifornien, wo es ja angeblich niemals regnet. Johnson schreibt Songs. Ganz eindeutig. Sie sind instrumental und elektronisch, aber es sind Songs, keine Tracks. Und federnde, sonnige Songs zudem. Johnsons Equipment ist weitgehend analog, und sein Debütalbum erscheint auf Prins Thomas’ Label Internasjonal, aber dies ist kein kosmischer Balearensound. Da mag der Beat auch manchmal etwas träge sein, der endlose Arpeggiojam ist ihm fremd. Johnsons Stücke haben einen klaren Aufbau mit Anfang, Mitte und Ende. Die Synthielinien schimmern und glänzen in der Sonne, die Bässe klingen satt triefend, die Beats entspannt trabend. Die Melodien haben allesamt eine federnde Leichtigkeit und werden im hohen Register gespielt. Über allem liegt die hippiemäßige Unbekümmertheit aus der Zeit vor Monterey und Charlie Manson. Als seien die Jingle-jangle-Gitarren der frühen Byrds und die zahllosen Harmoniegesänge der Zeit und der Gegend in Johnsons Analogsynthies gefahren. Aber vielleicht liest man damit auch zu viel in Johnsons Herkunft hinein. Wunderbare Sommerplatte auf jeden Fall.