Was für eine Biografie! Mit vier Jahren lernte Stephen Bruner alias Thundercat (eine Referenz an die Comicserie Thundercats Are Gooooooo!) Bass spielen und war mit 15 Teil der Boyband No Curfew, die einen Hit in Deutschland hatte, inklusive Veröffentlichung auf dem The Dome 19-Sampler. Wenig später heuerte er als Bassist bei der legendären Hardcore-Trash-Funk-Kapelle Suicidal Tendencies an, bei der er immer noch spielt. Nun veröffentlicht er sein Debüt auf Brainfeeder, produziert von Flying Lotus höchstpersönlich. Thundercat hatte für dessen Cosmogramma fast alle Bassläufe eingespielt, erinnert sei beispielsweise an das großartige „MmmHmm“. Genau an diesem Punkt knüpfen die beiden an und heben ihren Stil aus klassischem Fusionjazz, experimenteller Elektronik und kosmischem Funk auf die nächste Stufe. Zwei absolute Höhepunkte des Albums sind „Daylight“ mit einem über sich selbst stolpernden Beat und das spacige Cover von George Dukes „For Love (I Come Your Friend)“ als „For Love I Come“. Obwohl Thundercat jahrelang Material für dieses Album sammelte, klingen die knapp vierzig Minuten sehr homogen – und zeitlos.