Sixpack ist vor allem eine französische Modemarke und eher nebenbei auch verantwortlich für allerlei Hipster-Devotionalien wie Vinyl, Fanzines oder Filme. Also eine Marke, die eher für einen spezifischen Stil als für ein konkretes Produkt steht. Und beim Hören von Slice & Soda merkt man, dass sich hier definitiv zwei ähnliche Ansätze gefunden haben. Slice & Soda bestehen aus dem französischen Tausendsassa und Produzenten Para One, der sich in der vergangenen Dekade unter anderem als Produzent von HipHop- und Electronica-Soundtracks für Filme hervorgetan hat und auch mal die Turntable-Zauberer von Birdy Nam Nam produzierte, sowie San Serac, ein Housesänger, den man schon auf New Yorker Neodisco-Labels wie Trevor Jacksons Output oder Morgan Geists Environ vernehmen konnte. So weit, so fashionable. Auf ihrem gemeinsamen Debüt gibt es glitzernden, kuhglockigen Powerpop satt, in Form von glamourösen Dreiminuten-Dramen, die in ihrer Attitüde kaum noch weiter in den frühen Achtzigern stecken könnten, sich irgendwo zwischen Wave, Postpunk und Protohouse verorten und vom semiaffektierten Falsettgesang Seracs komplettiert werden. Das klingt in den besten Momenten so, wie Zoot Woman schon immer klingen wollten, erzeugt tanzbarsten Breitwand-Pop Marke ABC („Shake Up“, „She Knows“) oder discoiden Protopunk, wie man ihn von The Clash aus der „Rock The Casbah“-Ära kennt. Und kippt in den schlechteren auch mal Richtung Ed Banger’scher Rockismen. Zwischendurch schauen die Jungs auch mal bei Grandmaster Flash vorbei („Moments In House“) und streuen immer mal wieder den einen oder anderen Housebeat ein. Das ist alles natürlich nicht unbedingt zwingend und notwendig, aber das sind Hochglanz-Magazine ja auch nicht. Und trotzdem blättert man immer mal gern darin.