Gut, dass sich Planet Mu wie kaum ein anderes Label um Footwork kümmert, denn es gibt in dem Sound noch eine Menge zu entdecken. So auch auf Karlis Griffins alias DJ Diamonds Debütalbum F l i g h t  M u z i k. Schon das erste Stück „Rep Yo Clique (Remix)“ zeigt eine neue Facette von Footwork , wenn sich darauf kühle Synthieflächen mit den typisch zerhäckselten, extrem wiederholten Sprachsamples verbinden. Weiter geht’s mit „Speakerz’n’Tonguez“, das über ein schneidendes Sprachsample und spitze Snares einen klaustrophobischen Effekt entwickelt. Das Stück ist charakteristisch für Griffins Art zu produzieren, die beim ersten Hören statisch und grob wirkt. Entscheidend sind hier aber weniger Vielfalt in den Melodien als vielmehr komplexe Drum-Arrangements und überraschende Effekte, die man erst bei näherer Betrachtung erkennt. So zum Beispiel auf „Uh“, das auf einem melodischen Soulsample aufbaut, dem Griffin einen straßentauglichen Unterbau aus nervös flackernden Drums und Sub-Bässen verpasst. Herausragend auf F l i g h t  M u z i k ist noch „Horn“, das mit schroffen Bläsern und Streichern eine archaische, testosterongeladene Ghettohymne ergibt. „Torture Rack“ ist ebenfalls eins der stärkeren Stücke auf diesem Album: Zentrale Elemente sind hier ein markerschütterndes Dampferhorn und blecherne, staubtrockene Claps. Der wummernde Sub-Bass verleiht dem Track endgültig etwas Naturgewaltiges. F l i g h t  M u z i k zeigt Footwork von einer kühleren, experimentelleren Seite, wie man sie vor allem von DJ Roc kennt. Nicht umsonst sind stehen sich die Crews der beiden Produzenten in der ansonsten eher verfeindeten Footwork-Gemeinde nahe.