Dixon lässt das Publikum des Robert Johnson verharren: Zwanzig Minuten wartet es vergeblich auf einen Groove. Erst dann setzt Agorias schwebende Bassdrum ein. Bis dahin erklingen beatlose Klanglandschaften. Aber auch in diesen freien Momenten stellt der Berliner DJ schon sehr entschieden Zusammenhänge her: Die sphärischen, entrückten Klänge von „Morgenthal“ von P. Éladan werden vom grüblerischen „2 Ton“ von Ursula Bogner gebrochen. Dessen emotionale Vertracktheit löst der intime Pop Dominiques auf. Wie in jedem guten DJ-Set geht es hier weniger um das Mixen, als vielmehr um eine Definition der elektronischen Musik als Ganzes. Die Schichten, die Dixon zum Bestandteil seines Sounds macht, werden über das gesamte Set hinweg bespielt. Etwa ziehen sich durch den ganzen Mix ferne, bezaubernde Stimmen, die einen unabhängigen Pol bilden. Dieses Konsistenzgebot hindert Dixon nicht daran, radikale Brüche zu machen: Mark Es verheißungsvolles „Call Me“ lässt er in die feingliedrige Unruhe von Roman Flügels „Dishes & Wishes“ umschlagen. Flügels Verliebtheit in die elektronischen Klänge wird von Bruno Gauthier auf einer anderen, entkoppelten Ebene weitergetrieben. Der unauflösbare Klangknoten von Flügel und Gauthier wird dann mit einem einzigen Schlag von der Brillanz und Klarheit Osunlades zerschlagen.