Das Allerneueste ist Dubstep und Verwandtes ja nun auch nicht mehr, wenn man aber das immer noch vorhandene, inhärente Evolutions-Potential mit der Stagnation vergleicht, die sich in weiten Teilen elektronischer Musik breit gemacht hat, dann kann man nur frohlocken. Vor allem wenn wie in diesem Fall nicht nur die Schale hübsch, sondern auch der Dotter nahrhaft ist. Kode9 und sein MC der Wahl Spaceape stapfen auf Hyperdubs zweitem Longplayer wohl heftigst weeded durch getragene, Licht schluckende Low-Frequency-Landscapes, deren Schwerkraft den Sounds nicht viel Freiraum lässt. Außer den obligatorischen Echoes und Delays und den gar nicht so selten aus Akkordeon (!) bestehenden Melodieversatzstücken erhebt sich nicht viel über Normalnull. Gedrückt wirkt das Ganze trotzdem nicht, man hat sich zwangsläufig Techniken zugelegt, die durch Synkopierung und textliches Helium Auftrieb und Spiel in der Breite verschaffen.