Mit zwei Singlehits hatten Azari & III im Jahr 2009 auf sich aufmerksam gemacht, die Rede ist von „Hungry For The Power“ und „Reckless For Your Love“ Die Stoßrichtung war von Beginn an klar – man gönnte sich einen genüsslich verklärenden Blick zurück in die Zeit der späten Achtziger und frühen Neunziger. Das kanadische Quartett um die beiden Produzenten Alphonse Lanza (alias Alixander III) und Christian Farley (alias Dinamo Azari) hat sich nicht ganz ohne eigenes Zutun als Torontos Antwort auf Hercules & Love Affair positioniert. Man versteht sich als Houseband, und als solche folgt man der klassischen Rollenverteilung eines solchen Projekts: Im Hintergrund stehen die beiden Musiker, während vorne zwei glamouröse Diven für Wirbel sorgen. Die beiden Sänger Starving Yet Full und Fritz Helder übernehmen bei Azari & III den Part im Rampenlicht. Von Anfang an haben sich die Kanadier die goldene Clubmusik-Ära New Yorks zum Vorbild genommen. Im Gegensatz zu Hercules & Love Affair stand dabei aber stets die Postdisco-Ära im Mittelpunkt – von Mantronix bis zur Sound Factory Bar, von New Yorker Ravesounds der Marke Tommy Musto oder Frankie Bones bis zu den Clubkids-Zeiten im Twilo. Das Debütalbum von Azari & III bildet dieses Retroding im besten Falle mit einem guten Sinn für Entertainment ab, die letzte Single „Manic“ sei stellvertretend genannt. Doch auf der anderen Seite muss man dem Quartett aus Toronto attestieren, dass es eben doch nur eine über alle Maßen bemüht agierende Retrorevue ist. Längst abgedroschene pseudopolitische Aussagen, nach denen sich Azari & III als Antwort auf den Konservativismus unserer Zeit verstehen (da ist man schnell bei der raving society), helfen da nicht weiter. Dieses Album ist so kalkuliert wie vorhersehbar und entbehrt, von einigen lichten Momenten abgesehen, jeglichen Charmes.