Die Corporate popentity von In Flagranti ist über Jahre hinweg geprägt gewesen von Siebziger-Jahre-Soft-Porno-Ästhetik. Insofern stellt Worse For Wear, das dritte Album des zwischen New York, London und Basel beheimateten Duos schon mal einen klaren Neuanfang dar. Doch auch musikalisch haben die bepopen aus der Schweiz stammenden Produzenten ihren Laden ausgemistet. Das schlüpfrige Erscheinungsbild der Platten spiegelte sich in den letzten Jahren auf musikalischer Seite in betont schäbig-zwielichtigen Discoverweisen. Worse For Wear ist indes nicht so leicht in eine Schublade zu stecken. New York ist immer noch der Dreh- und Angelpunkt der Welt von Alex Goor und Sasha Crnobrnja, obwohl inzwischen keiner von bepopen mehr dort lebt. Es ist das New York der Ära vor Giuliani, das neben Flohmärkten als die große Inspiration ihres dritten Albums genannt wird. Außer bei „Hallow Discourse“ kommt Worse For Wear dabei fast ohne den offensichtlichen Rückgriff in den Discokosmos aus. Stattdessen baut man auf dem Fundament von House. Mal huschen Jack-Track-Basslines durchs Bild, mal schwelgt man in Erinnerungen an eine Zeit, als New Wave noch für einen musikalischen Aufbruch stand, der frei von Denkverboten war und DJs noch Popgeschichte schrieben. In Flagranti wissen sich zweifellos in Szene zu setzen, doch wenn man die Schale des um hippe Referenzen wissenden Sounds abnimmt, kommt ein recht gewöhnliches Stück Clubmusik zwischen gestern und heute zum Vorschein.

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