Mitte der neunziger Jahre war Drum’n’Bass die Clubmusik der Stunde. Am Ende der ersten Dekade des neuen Jahrtausends fristet er nur noch ein Nischendasein, und vor allem die deutsche Szene ist so gut wie ausgestorben. Abgesehen von wenigen Veteranen wie Kabuki, dem Drum’n’Bass-Samurai Frankfurts, der seit mehr als 15 Jahren funkige Breakbeats mit Tiefgang produziert. Nun veröffentlicht eben der sein zweites Album, <i>Warrior Soul</i>, bei dem Londoner Traditionslabel V Records und beschert ihm einen ungemein abwechslungsreichen Langspieler. Atmosphärisch pendelt sein Hitech-Jazz zwischen jazziger Lässigkeit und dunkel anfeuernder Energie. Als Gäste am Mikrofon konnte er neben der Britin Jenna G auch Paul St. Hilaire alias Tikiman und den US-amerikanischen Rapper Jeru The Damaja gewinnen. Alle drei hauchen Kabukis trickreicher Rhythmusarchitektur einen charmanten Popappeal ein und machen aus den jeweiligen Stücken kleine Hits, die nicht allein Fans beschleunigter Drumloops gefallen dürften. Auch die instrumentalen Tracks bleiben dank ihrer Melodien schnell im Gedächtnis kleben – eine Qualität, dank der Kabukis Album auch jenseits eingeschworener Szenekreise Fans finden müsste, für die Drum’n’Bass als Musikstil entweder ausgestorben oder noch gar nicht existent war.

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