Der Schwede Andreas Tilliander hat sich mit seinem Mokira-Alias mal wieder neu erfunden. Nach Anfängen in Glitch und Clicks, die sich nach und nach in extrem trockenen Minimaltechno oder karge Ambient-Soundscapes aufgelöst haben, folgt er nun den Spuren, die Vladislav Delay zur Jahrtausendwende hinterlassen hat. „Manipulation Musik“, das so epische wie formpopable erste Stück dieses Albums, weist den Weg: mehrfach gebrochener Dub aus flüchtigen Sounds, die sich nur ganz sachte und vorläufig zu Tracks zusammenfügen. Vorsichtig vorantastend wirft Tilliander körnig krachende, isolierte Klänge in einen riesigen Hallraum, lässt sie zwischen den Wänden schwingen, anklingen, abklingen bis sie unvermittelt wieder verschwinden. Allein die meeresgrabentiefen Bässe sorgen für eine fragile Statik. Im weiteren Verlauf des Albums wird er dann ein wenig handfester, Beats und Loops fundieren die Hallfahnen, um sich im abschließenden Echospace-Remix zu einem klassischen Dubtechno-Track zusammenzufügen. Im Gegensatz zu den nicht weniger komplexen, aber oftmals allzu vergrübelten Stücken des Vorbilds Vladislav Delay finden Tillianders hochabstrakte Klänge immer organisch zueinander. Das macht <i>Time Axis Manipulation</i> zu einer wärmenden Lagerfeuermusik von und für Menschen, die sich auch in der leeren Weite des hohen Nordens nicht einsam fühlen.