Bernard Fevre kennt man heute hauptsächlich unter dem Namen Black Devil Disco Club, jenem Projekt, dessen Discoalbum aus dem Jahre 1978 unter großem öffentlichen Getöse vor fünf Jahren von Rephlex wiederveröffentlicht worden ist. Auch davor schon ist Herr Fevre kein Untätiger gewesen. Unter bürgerlichem Namen hat er 1975 über das Label L’Illustration Musicale ein Album in die Welt geschickt, das heute, bei seinem Re-Release nach über dreißig Jahren, nicht im Geringsten angestaubt anmutet. Im Gegensatz zu Black Devil Disco Club geht es auf The Strange New World Of Bernard Fevre nicht um funky Beats für den Floor, sondern um reduzierte Listening-Elektronik für den Schaukelstuhl. Überdeutlich atmet die Platte den Geist von Krautrock, von dessen elektronischem Seitenarm wohlgemerkt, Cluster, Harmonia, die frühen flötenverliebten Kraftwerk und Brian Eno natürlich. Ambient, süßliche Nebelschwaden, düstere Soundscapes, monoton scheppernde Beats, viel von dem, was auf diesem Album passiert, kann man in ähnlicher Form auf Platten von beispielsweise Boards Of Canada, Jean-Michel Jarre oder einem x-beliebigen Act von Morr wiederfinden. Sehr schön ist das! Bäume reißt das heutzutage zwar keine mehr aus, aber mit dem meisten Zeug, was so unter den Labels „popM“ und „Electronica“ in den vergangenen 15 Jahren veröffentlicht worden ist und mitunter auch heute noch veröffentlicht wird, kann The Strange New World Of Bernard Fevre locker mithalten. Teilweise sogar mehr als das.

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