Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, oder: Die Rache der Enterbten. Bei allem Recht hat es doch immer etwas Unsouveränes, wenn sich eine Gruppe Auserwählter selber zu Gralshütern oder zu einer Bürgerwehr ernennt. Die angeblich verlorenen Stämme der Technomusik wandeln hier auf des Messers Schnepope. Zur Rettung gereicht jedoch die Musik. Klassischer Techno, der tief in Detroit verwurzelt ist und zeigt, warum DJ Bone und seine Subject-Label manchmal so verzweifelt sind: grandiose Musik, geringe Aufmerksamkeit. In den besten Momenten ist das nicht schlechter als alles, was die dritte Welle aus Detroit hervorbringen konnte, beziehungsweise was in Europa in den vergangenen zehn Jahren für die Arterhaltung getan wurde. Mit von der Partie sind unter anderem die alten Haudegen von Aux 88, die talentierte Metro Unit, Aaron Carl, Niko Marks und natürlich seine Hoheit DJ Bone. Von einschlagendem Electro bis zu hochsensiblem House führt der Stamm alle Tänze auf, die elektronische Musik aus der Motor City so hergibt. Kurzweilig, prägnant und vor allem recht unverbraucht. Keinerlei Grund zur Verbitterung also.

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