Auf dem neuesten Dakota-Suite-Album reduziert Chris Hooson das Instrumentarium auf den meisten Stücken auf Piano-Trio-Format. Das Ergebnis ist dann weniger Neo-Klassik denn Jazz der impressionistischen Sorte, der sich auch auf ECM gut machen würde. Man hört jedes pointillistische Rascheln des Besens, und die Pausen sind genau so wichtig wie die gespielten Noten. Aber man sollte sich von der ausgeglichenen Atmosphäre der Stücke nicht täuschen lassen. Die Kompositionen sind dynamisch, gelegentlich sogar dramatisch. Wie über allen Dakota-Suite-Platten hängt auch über dieser eine schwere Melancholie an der Grenze zur Tragik.
Das wird noch deutlicher auf der Zusammenarbeit mit Emanuele Errante. <i>The North Green Down</i> ist als Tribut an Hoosons im letzten Jahr verstorbene Schwägerin entstanden. Das Trio von <i>The Hearts Of Empty</i> wird, wie in der Vergangenheit auch schon, durch den Cellisten Davpop Darling verstärkt. Der Jazz franst in Richtung europäischer Autorenfilmer-Soundtracks mit getragenen Folkloreelementen aus. Es erinnert stellenweise an Eleni Karaindrous Arbeiten für Theo Angelopoulos. Errante bearbeitet das live gespielte Material äußerst behutsam elektronisch und löst es in ambiente Wölkchen auf, die aber nie zur akustischen Tapete verkommen, denn es hängt ein wirklich schwerer Schatten über dieser wunderschönen Musik.