Donna Regina existieren als Projekt des Kölner Ehepaares Regina und Günther Janssen bereits seit 1992. Wer wollte, könnte so etwas wie Phasen ausmachen – zurück liegt etwa die Saxofon-Phase. Mit <i>The Decline Of Female Happiness</i> ist nun das weitere Schrumpfen der Zahl der genutzten Instrumente und Produktionsmittel auszumachen. Klangen sie jemals derart pointiert? Zu Beginn belegt der titlesong, dass auch nach dem xten schlimmen Singer/Songwriter eine Akustikgitarre noch gut klingen kann, bettet man sie nur so ins Klanggefüge ein, dass sie gemeinsam mit sternenleuchtenden Keyboard-Sounds eine Kulisse erzeugt. Vor diesem Schillern tritt nun Regina Janssen auf. Mit ihrer Stimme, in der sich die Neugier des Mädchens mit der Souveränität der weltreisenden Frau übereinanderschiebt, singt sie ihre melancholischen Weisen über den Verfall des Glücks der Frauen und verlorene Sonntage. Der langsame Raumgleiter „Vague“ strahlt vor Eleganz und Dunkelheit. Ein, zwei Melodiemuster, der Rhythmus ein unentwegtes Pulsieren. Instrumentiert von überwiegend akustischen Instrumenten wie Glockenspiel und Klavier, könnte <i>The Decline Of Female Happiness</i> so in die Geschichte eingehen als ein Album, das den Sound von Donna Regina auf seine Kernelemente herunterbringt und dabei in seiner Qualität den vorangegangenen Werken entspricht. Wäre da nicht „Perfect Stranger“. Ein Ausnahmesong! Nach eineinhalb Minuten frieren die Janssens hier ein Keyboard so ein, dass Sahne schäumt, als sei es direkt aus einem Schlager der Flippers importiert. Auch die Keyboard-Melodie kündet von jener Glückseligkeit, die schlicht behauptet, keine sozialen, politischen oder sonstigen Bedingungen zu benötigen. Zu dieser – vielleicht ja sehr wahren – Behauptung steigt nun die Stimme ein, die ein Gegenüber so lange als „perfect stranger“ anspricht, bis daraus ein Mantra wird. Viel zu lange wird diese Passage durchgehalten, bevor sie mit einem Bruch endet. Ein großer Moment.

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