Der Terminus „Boogie“ ist eigentlich nur eine Chiffre für Disco. So simpel ist das. „To boogie“ bedeutet, sich zu Discomusik zu bewegen. Nachdem die ganze Angelegenheit um den Begriff „Disco“ in den späten Siebzigern zwischen der Frisur von John Travolta und dem Vinyl-Scheiterhaufen im Kaminsky Park zu Chicago zerrieben und belastet geworden war, zog man sich mit Boogie aus der Affäre. Kleine und große Labels fütterten so weiter DJs und Clubs mit tollen Liedern, Dubs und Instrumentals. Der vielleicht einzige Unterschied: Boogie wird gemeinhin mit einem etwas reduzierten Tempo assoziiert. Dazu konnte man auch prima Rollschuh-Laufen. The Boogie Back erzählt von dieser Zeit. DJ Spinna – hoffnungslos der krankhaften Ausformung des Plattensammelns über Genregrenzen hinweg verfallen – strengt sich an, damit auch Nerds auf ihre Kosten kommen. Und es gelingt ihm. Sogar ganz prima. Volltreffer wie Captain Rapp oder Modern Romance teilen sich die Bahn mit unentdeckten Stücken von Mtume, der zuckersüßen Italo-Eiskrem von Chemise, Trüffel nvom Schlage der Community People oder der Blauen Mauritius des ambitionierten Boogiefans, „I’m Your Superman“ von Jan-Leslie Holmes. Vom New Yorker unaufdringlich gemixt, streckenweise editiert und tatsächlich brillant kompiliert. Eine Vinyledition ist ebenfalls erhältlich. Hut ab.

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