Mit <i>The Bird And The Beat</i>, dem dritten und bislang mit Abstand besten Munk-Album, setzt Gomma-Impresario Mathias Modica ein dickes Ausrufezeichen. Seit den frühen nuller Jahren kämpft Munk nun an vorderster Hipster-Front. Man begann als Duo mit New-Wave/No-Wave-Gestus und wurde als Münchener Antwort auf den DFA-Sound apostrophiert. Das zweite Album <i>Cloudbuster</i>, 2008 erschienen, war dann das letzte, bei dem Jonas Imbery mit von der Partie war. Nun zieht Mathias Modica alleine die Fäden. Der title ist dabei programmatisch zu verstehen, hat der Italo-Münchener doch reichlich Birds um sich versammelt, die auf den Songs in sieben verschiedenen Sprachen singen. Pollyester (Permanent Vacation/Erkrankung durch Muzique), Lou Hayter vom New Young Pony Club und die italienische Schauspielerin Missy Charriot sind drei der Damen, die Modica für Munk gewinnen konnte. Auf den bepopen ersten Alben machten Munk vieles richtig, doch zuweilen wollte man schlicht zu viel. So wirkte manche musikalische Pose allzu bemüht, obgleich es doch eigentlich das souveräne Stilbewusstsein und das charmant Augenzwinkernde ist, das Munk von jenem öden DJ/Produzenten-Einerlei abhob, dessen Glamourfaktor trotz Bonusmeilen nicht weit kommt. Doch auf <i>The Bird And The Beat</i> fügt sich alles zusammen. Modica destilliert die Essenz der Jahre zuvor, um diese in ein Album einfließen zu lassen, das rund und in sich geschlossen wirkt – trotz der Vielzahl der beteiligten Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Neben den genannten Sängerinnen waren Etienne de Crecy, Alex Gopher und Jan Driver daran beteiligt, letztere zeichnen für die Abmischung verantwortlich. Man kann jedoch nicht behaupten, dass das Album ihren Stempel trüge. Umwerfend eingängig sind die Hooklines. Überhaupt ist das neue Munk-Album eine Wundertüte voller Hits. Stilistisch ist der House-Sound der frühen Neunziger das vielleicht prägendste Element, neben Modicas untrüglichem Gespür für den maximalen Pop-Appeal. Ansonsten ist für Munk zwischen Eurodance und Funk alles möglich, ohne jemals der Beliebigkeit anheim zu fallen. Man kann die Grandezza von <i>The Bird And The Beat</i> gar nicht genug preisen.

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