Oslo legt eine prächtige Compilation mit 13 exklusiven Tracks all ihrer Künstler vor. <i>The Beat Box</i> erscheint als Download und als streng limitiertes Vierfach-Vinyl. Die Tracks von Damian Schwartz, Johnny D, Sascha Dive, Laverne Radix oder Vera sind zielsicher produziert, sie stehen unverrückbar auf dem Dancefloor. Die <i>uplifting</i> Drum-Programmierung verschwendet keine Energien, die später in der Nacht fehlen könnten. Gleichzeitig ist das Energielevel nie so niedrig, dass die Spannung auf der Tanzfläche auseinanderbrechen könnte. Die kreisenden Melodiefiguren der packenden Basslines versetzen den Floor in ein ruhiges Wogen. Oslo gehören zu den unermüdlichsten Frontkämpfern im Club: Wochenende für Wochenende werden die tanzenden Scharen bei Laune gehalten. Der Funktionalismus, aus dem heraus sich die Crew der Housemusic nährt, hat auch etwas Beklemmendes. Vergeblich wartet man auf unvorhergesehene, brüchige Momente. Wo geht ein Track mal nicht auf? Wann greift eine Basslines daneben? Wo ist die Bassdrum zu dünn, um die stoische Masse zu erobern? Kann die spirituelle Botschaft von House tatsächlich nur zwischen den Zeilen, in Grooves und Soundsplittern spürbar werden? Warum nicht mal eine Gesangsnummer wagen, auch wenn sie noch so peinlich und daneben ist?

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