Es ist schon beeindruckend, was Soul Jazz sich so trauen bei ihrem Release-Programm. Das wird besonders deutlich, wenn es einem, wie hier, noch mal geballt zu Ohren geführt wird: Singles 2008-2009 vereint, der Name ist ja selbsterklärend, die vergangenen und kommenden 12-Inch-Veröffentlichungen auf dem britischen Label. Das Spektrum reicht dabei von Tetines Electro-Indierock-Bailefunk und dem Dancehall von Warrior Queen über Secondos Cutup-Disco und Matias Aguayos elegantem Techno-Swing bis zur Kosmischen Musik von Subway. Einen Schwerpunkt der Single-Veröffentlichungen bildet inzwischen Dubstep. Einiges davon ist herkömmliche Bassline-Pornografie, etwa von Cotti, Pinch oder Goth-Trad, anderes aber ist so spannend wie der melancholische Minimalismus von Kode9 oder von Cult Of The 13th Hour alias The Bug und Space Ape. Die Mischung aus all dem hört sich dabei nicht etwa an wie ein heilloses Durcheinander, sondern eher wie ein Album, das verschiedene Facetten ein- und derselben Sache aufzeigt. Ein Tritt in den Arsch all jener Angsthasen, die sich nur mit Schubladen und Subszenen sicher fühlen.