Die Snuff Crew aus Berlin betreibt Oldschool-Housemusic, welche sehr gegenwärtig klingt, wie es auch zuletzt die Labelkollegen Kikumoto Allstars so überzeugend auf den Punkt gebracht haben. Snuff Crew gibt es bereits seit einiger Zeit, Tracks von ihnen wurden zum Beispiel auf dem Frankfurter Label Playhouse veröffentlicht. Dieses Album, anders als Kikumoto Allstars’ House Music, hat eine betonte alte Ästhetik, es ist auf den Spuren von Chicago-House, doch gleichzeitig klingt es dunkel und rhythmisch konzentriert. Doch Klangfarben zu nennen wie dunkel oder hell, als sichtbare Metaphern für Hörbares, verfehlt sprachlich meist den körperlich sozialen Effekt, den House im Club, beim Tanzen hat. Wenn Snuff Crews erster Track „Berghain“ betitlet ist, wie dieser sehr gute Club in Berlin, ist es ein Track, der diesen Ort feiert. Es klingt aber, im Unterschied zum reinen Abfeiern dieses Clubs, wie eine musikalische Beschwörung seiner sozialen Qualitäten. Es ist das, was mit Snuff Crew als „Geist des Berghain“ bezeichnet werden könnte. Im Unterschied zu Lucianos Label Cadenza, ist diese Spiritualität keine unbestimmt Religiöse, sie bezieht sich auf einen Club als anderen Ort. Worin dieses sozial Andere besteht, können Raver da nicht nur konsumistisch erfahren, sie können es selbst produzieren. Das könnte der Geist sein und Snuff Crews Track „Berghain“ eine Aufforderung an Fans dieses Clubs, es gegenwärtig zu machen.

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