Dies ist der imaginäre Soundtrack zu einem nie gedrehten Giallo (ein italienisches Thriller-Subgenre, zu dem etwa Filme von Regisseuren wie Mario Bava oder Dario Argento zählen und das seinen Höhepunkt in den siebziger und frühen achtziger Jahren erreichte). Ein Film über einen sadistischen Killer, der jedem Zeugen seiner Untaten zu Leibe rücken will. Und das illustriert der Brite Anton Maiof, hier unter seinem Pseudonym Antoni Maiovvi, musikalisch kongenial. Da sind die dräuenden, dunklen Flächen eines John-Carpenter-Soundtracks, die geheimnisvoll vor sich hin ziselierenden Sequenzen von Argentos Hausband Goblin, und das alles verquickt Maiovvi mit treibenden Beats zwischen Italo-Disco und der elektronischen Body-Music eines Patrick Cowley. Die schwarz behandschuhte Hand der hypnotischen Sequenzen packt eine am Schlafittchen, während es darunter düster weht und wabert. Eulen heulen. Verlorene Schritte auf der verlassenen Piazza. Hinter jeder Ecke könnte der Mörder lauern. Ein Fest für Freunde schmieriger Siebziger-Soundtracks wie auch Italo-Disco-Fans. Wunderbar.

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