Musik und die Theorien dazu. Wo andere sich mit Händen und Füßen wehren und jegliche Interpretationen ihrer Musik über die Oberfläche hinaus ablehnen, breitet Terre Thaemlitz willig die Arme aus. Nicht nur bei seiner Arbeit als Gender-Theoretiker oder Gender-Theoretikerin, wie er/sie sagen würde, sondern auch als Produzent und DJ bildet Thaemlitz im Minutentakt Thesen und Antithesen. Mit seinem Alias DJ Sprinkles schwer an der Richtigstellung vermeintlicher House-Historie bis hin zum Revisionismus interessiert, trifft das auch für sein K-S.H.E-Projekt zu, das hier durch Skylax endlich auch außerhalb des Selbstvertriebes erhältlich ist. „Todayfs dancefloors are wakes in remembrance of a mythological era of openness that never was. Remember where you were. See where you are… Ifm in Kami-Sakunobeg, sprach es und taucht ein in eine Parallelwelt aus bassschweren House-Tracks („B2Bg), die Samples aus Chicago-House-Klassikern mit dem speziellen, schwermütigen und doch optimistischen Sprinkles-Sound verbinden. Ergänzend gibt es Einblicke in Thaemlitzf ganz eigene „Fagjazzg-Abteilung und etliche Kommentare zu Geschlechterrollen („Stand Upg), zu sexuellen Konzepten und Androgynie. Wen das alles auch nicht einen Pfifferling interessiert, dem sei gesagt, dass Routes Not Roots ebenso wie Mpoptown 120 Blues zu den schönsten House-Alben aller Zeiten zählt.