Nach Orakeldeutern klingen Malachai nicht gerade. Das Duo aus Bristol nennt sich zwar nach dem alttestamentlichen Propheten Maleachi, lässt ansonsten aber keine direkten Bibelverweise erkennen. Stattdessen gibt es in der Musik von Scott und Gee, wie sie sich knapp nennen, reichlich Bezüge zur jüngeren Tradition ihrer Heimatstadt einerseits und den schrammeligeren Psychedelic-Bands der Sechziger. Dass jüngere Musiker die Achtziger mal komplett links liegen lassen, scheint dieser Tage ja sonst nur in Ausnahmefällen möglich. Umso schöner, dass Malachai auf ihrem zweiten Album sehr konsequent ihre ganz eigene Kombination aus lokal eingefärbten Hiphop-Beats und LSD-gestütztem Pop verfeinern. Dass die Platte in titlezahl (14) und Spieldauer (35 Minuten) ziemlich genau den LP-Vorgaben der Beatles-Ära entspricht, kann man manieriert finden, doch meistern Scott und Gee das kurze Format so vorbildlich, dass diese Retrogeste nicht weiter stört. Oft erinnern sie an eine stark gemäßigte Version von Gonja Sufi, was als klares Kompliment zu verstehen ist, und in ihren besten Momenten, etwa dem rührend mehrstimmigen „No More Rain No Maureen“ oder dem aufgekratzten „My Ambulance“, gelingt ihnen nichts Geringeres als ganz großer Pop.