Nachdem erste Veröffentlichungen von Guti auf internationalen Labels wie Wolf+Lamb oder Supplement Facts erschienen, wurde der argentinische Produzent schlagartig in Europa bekannt. Die fünfzehn House-Tracks seines Debütalbums hat er zur Hälfte gemeinsam mit Musikern wie Ryan Crosson oder Guy Gerber produziert, die anderen Stücke stammen von ihm allein. Die Energie seiner leicht verschrobenen Grooves ist durch nichts zu bremsen oder zu brechen. Sie erinnern an die frühen Cadenza-Platten, sind aber nicht so entrückt und abgekoppelt, stattdessen scheinen sie extrem selbstverständlich: Es wirkt, als setzten die Grooves nicht am Anfang jedes Tracks neu an, sondern als seien sie immer schon da gewesen, so wie das eigene Herz immer schon geschlagen hat. Tanzen erscheint als notwendigste menschliche Betätigung. Bei dieser Musik fragt man sich, ob es jemals irgendetwas anders gab. Weil Gutis Grooves mit einem so bedingungslosen Ernst agieren, können die anderen Elemente absurd, komisch oder gar sinnlos sein. Die Sounds erzeugen keine zusätzliche Ebene, meist geben sie den Grooves eine kleine Wendung. Stimmfetzen mag Guti besonders gerne, in einem Track sagt eine Stimme am Anfang jedes Takts: „Bum!“

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