Highgrade ist auf eine Art längst Sinnbild für ein Berlin zwischen Techno und House, das den Hungertagen des Minimalismus entkommen ist, ohne an den falschen Stellen zuzunehmen. Immer geradeaus in der Richtung und sicher im Groove, gerade wenn das Wochenende mal länger dauern sollte. So kommt der zweite Part der Our Thing-Werkschau auch mit der Gewissheit, nicht verlieren zu können, selbstsicher wie eh und je an den Start. Mal nüchtern, mal verspulter, rockt das angenehm schlank durch den Sonntag-Nachmittag, cool und aus der Hüfte. Tom Clark hat seine Mannen um sich geschart, Homm Popoviciu, Todd Bodine, Phage und Daniel Dreier. Ohne große Wellen zu schlagen, aber auch ohne bloßes Werkzeug sein zu wollen, wird hier wie vielleicht nirgendwo sonst ewiger Groove versprochen. So werden denn mit Highgrade nicht unbedingt die Räder des Techno neu erfunden, dafür jedoch Tanzflächen gefüllt. Eine Compilation-Doppel-EP, als qualitativ hochwertige Sammlung reduktionistischer Clubmusik der Gegenwart zu verstehen. Die Höhepunkte setzen dabei dann (wie sich das eigentlich gehört) nicht die Altvorderen, sondern die Neuankömmlinge Asem Shama, Simon Beeston sowie Demir & Seymen, die mit lustigen Soundpopeen Interessantes schaffen. Drei digitale Bonustracks gibt es obendrauf, sie bringen allerdings keine wirklich neuen Erkenntnisse. Musik zum Tanzen.