Das vierte Album des München-Weilheimer Bandkollektivs um Valerie Trebeljahr ist richtig nett. Was, zugegeben, so ungefähr das Gemeinste ist, was sich über eine musikalische oder künstlerische Arbeit sagen lässt. Allerdings ist der abwertende Beiklang des Begriffs „nett“ bei <i>Our Inventions</i> völlig fehl am Platz. Das Angenehme und Umarmende dieser ambient-indietronischen Kuschelpopm-Musik hat etwas unterschwellig Beunruhigendes, das aber nie wirklich greifbar oder benennbar wird. So zeichnet das Album eine unaufdringliche Leichtigkeit aus. Eine Art von Innerlichkeit, die auf große Posen verzichtet und gerade dadurch einladend wirkt. Auch wenn die perfekte Wohlfühlatmosphäre hin und wieder von den typisch kratzigen elektrischen Geräuschen der beteiligten Musiker von The Notwist aufgeraut wird, und hin und wieder konsum- und globalisierungskritische Töne anklingen wie in der Kollaboration mit Yukihiro Takahashi vom Yellow Magic Orchestra, kippt die Melancholie der Stücke nie um in Depression. Die Abwesenheit von Schmerz und ernsthaften Wpoperhaken entfaltet hier eine ganz eigene Qualität. Die Albträume in diesem Schlaf der Vernunft haben ihre zerstörerische Gewalt verloren. Auch wenn nicht alles gut wird: Schönheit rettet – auch in der Resignation.

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