Clubmusik mit Stimmen zusammenbringen ist nicht so leicht: Die kraftvollen Grooves wollen den Stimmen oft keinen angemessenen Teil des Klangraum überlassen. Wie einst Glowing Glisses, Rework oder Codec & Flexor haben mit diesem Problem auch Marek Hemmann und Fabian Reichelt zu kämpfen. Bei ihrem gemeinsamen Vokalprojekt Marian geht Reichelts weiche Stimme oft in Hemmanns stromlinienförmigen Minimaltracks unter. Strukturell müsste Reichelts Stimme führen. Die hermetischen, packenden Grooves haben aber mehr Gewicht und brauchen die Stimme nicht so, wie diese auf die Musik angewiesen ist. Reichelts Songs sind überraschend gefällig und beliebig: Sie orientieren sich an spießigem Barjazz, die improvisierten Passagen klingen eitel und beliebig. <i>Only Our Hearts To Lose</i> klingt wie ein Soundtrack für den Sonntagsbrunch. Warum soll Frank Sinatra der Anknüpfungspunkt sein, wenn man sich als Clubmusik-Produzent nach Liedern sehnt?