Als großer Fan der Blind-Test-popee hörte ich Sutekhs erstes Album seit 2002, ohne den mitgelieferten Beipackzettel zu lesen und war überrascht von der Mischung aus Noise, eigentümlichen barocken Wendungen und Anleihen bei der Adresse „WDR-Studio für Elektronische Musikh. Der title liefert dann natürlich den ersten Richtungsweis, und die Entstehungsgeschichte des Albums schließlich Eindeutiges: Seth Horvitz alias Sutekh wurde 2009 vom Pariser Festival „Bach On The Moonh engagiert, und der Kalifornier erarbeitete dafür ein Set, das nicht plump Werke des deutschen Barock-Chefs in moderne Elektronik übersetzt. Horwitz ließ sich von Kompositionen, Klängen und Interpretationen diverser Bach-Werke zu eigenen Tracks inspirieren, die, wie oben angedeutet, manchmal Hinweise auf deren Quellen geben, oft aber auch komplett ohne diese Verweise auskommen und ohne ein Wissen um die Initialzündung für das Album gehört werden können. Was gut ist, denn On Bach ist ein selten interessantes, gelungenes Werk, das so auch auf Raster-Noton hätte erscheinen können und einen Bogen spannt von Stockhausen/Ligerti und Musique concrète bis hin zu Ambient, Alva Noto und dem Humor mancher Warp-Platten.