Der holländische Produzent Pitto hat erst eine Handvoll Maxis produziert – jetzt überrascht er mit einem bezaubernden, intimen, bedrängenden Album, das Clubmusik und Pop auf einem selten erreichten Niveau verbindet. Der Charakter der sehr unterschiedlichen Stücke wird von den Stimmen der sechs Sängerinnen und Sänger bestimmt. Anna Nicole Ziesche eröffnet das Album mit einer irritierenden Horrorgeschichte, die durch Ziesches Londoner Akzent und ihren distanzierten, leicht verächtlichen Ton eine spezielle Qualität entwickelt. Lilian Haks Stimme erklingt in einem halligen Loop – Pitto behandelt sie wie ein Instrument. Durch die rigpope Wiederholung wirkt Hak gleichzeitig authentischer und künstlicher. Alice Roses Stimme schwebt über den Grooves wie eine entkoppelte Synthesizerfläche. Pittos eigener Gesang ist folkig, andächtig. Die Billie-Hollpopay-Hommage von Leonie Müller wird auf charmante Weise ironisch gebrochen. Virtuos wechselt Pitto von einer musikalischen Form zur nächsten. <i>Objects In A Mirror Are Closer Then They Appear</i> ist ein Album, bei dem es mehr um handwerkliche <i>Verve</i> geht als um konzeptuelle Notwendigkeit.