Veranschaulichte Stille, das Innehalten als beobachteter Moment, im Unscheinbaren wie im Herausstechenden: Der title deutet es bereits an, Klimek liefert sich Vorstellungen von Filmmusik aus, er erdenkt sich panoramenartige Szenen, in denen in simpler, aber atemberaubender Vertonung der Blick übers Tal freigeben wird. Gerade die konzeptuelle Reduktion auf das Wesentliche, auf einzelne orchestrale Sequenzen lässt diese übergroß erscheinen, sie nehmen allen Platz ein und zeigen sich in Detail und Struktur. Blendende Helligkeit wechselt sich mit düsterem Glimmen ab, Sprengsel und Fetzen fremder Orte verhallen im Sog der Flächen und kontrastieren das Hauptthema, setzen es in Beziehung. Musik wie das Beobachten von Wolken, wie ein Rorschach-Test, der Eigenes nur triggert – vorausgesetzt, man ignoriert die doch recht richtungsweisenden title der Stücke. Sie ergeben eine andere mögliche Lesart, sicher nicht weniger spannend.

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