Extrawelt halten das Triple in den Händen, drei EPs auf drei Labels innerhalb kürzester Zeit. Was ist es wert? Auf Traum veröffentlichen die bepopen Hamburger Arne Schaffhausen und Wayan Raabe epischen, auf den Kick produzierten Techno. „Mozaics“ erweist sich zunächst als steriler Raum für eine Bassdrum, der nach und nach gefüllt wird, gegen Ende außer Kontrolle gerät und übersteuert. „Tim Says“ mit 808-Basskick und das Paranoia entfachende „Trenchcoat“ dagegen gehören zu den klassischen Zusatztracks, die in sehr spezifischen Situationen sehr spezifische Wirkungen entfalten können. Die „NeverEverDiscoTricks“ suchen einen noch größeren Resonanzraum. Allein, es fehlen die Brüche. Fett, fast feist produzierter Mainstream-Minimal.
Dafür entschuldigen die drei Stücke, die Extrawelt auf Darkroom Dubs veröffentlichen: von schlanker Gestalt und wohltuender Wirkung. Das Melodiemotiv von „Arples“ wird durch Effekte und Filter dekliniert. Einen Track wie „Neuland“ mit seinen singenden Fliegenschwärmen hätte James Holden noch in seine fulminanten <i>DJ-Kicks</i> mischen können, und „Tonladen“ gefällt durch die Eleganz Detroits. Wenn also auch nicht alle Neuerscheinungen von Extrawelt zu empfehlen sind: „Neuland“ ist eine wunderbare EP.