Nun scheint Kitsuné musikalisch doch noch die Kurve zu kriegen. Die Schnittstelle heißt Discopop und löst damit nun gänzlich diese musikalisch eigentümliche Farce namens Nurave ab, die sich im schlimmsten Fall wie doofe Rockpantomime über Clubmusik lustig zu machen schien, ohne diese jemals wirklich zu beeinflussen. Man fragt sich manchmal schon, was der tie-fere Sinn ist, wenn ein Modelabel so nebenbei ein Musiklabel betreibt, das dann neben aufgestylten Modelpraktikanten in Schlauchklamotten auch Musik präsentiert, deren Aushängeschilder zwischen Digitalism und La Roux pendeln. So hip zu sein, dass es wehtut, muss ganz schön anstrengen. Dieser Mix von Jerry Bouthier tut dies zwar einerseits auch, überzeugt allerdings andererseits durch seine Auswahl. Gleich der Eröffnungssong von Róisín Murphy erfreut allein durch ihre Anwesenheit. Auch der neue Munk-Track. Dann die nordirischen Two Door Cinema Club, eine Art Phoenix 2.0, eine Vocal-Version zu Lindstrøms „I Feel Space“. Einiges wurde hier im Studio editiert von Bouthiers Partner Andrea Gorgerino, mit dem zusammen er sich JBAG nennt. Und es geht weiter: D-Pulse sind kosmisch in Outta Space mit Neuzeit-Moroder, dazwischen immer wieder Ausflüge in zeitgenössische Alternativepop-Galaxien zwischen Jupiter, Rainbow Arabia und Das Pop (im Aeroplane-Mix). Auch Mustang sollte man im Auge behalten. Gesamteindruck: So modern wie Fashionvictims. Wer fragt hier nach Nachhaltigkeit?

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