Die Fachwerk Crew verabschiedet sich mit gleich drei EPs in den Sommer. Rydells „Marmonner“ ist ein düsterer, schwelgerischer Dubtecho-Track. Die Dubs haben jegliche Affinität zum Reggae abgelegt, es ist nautische Musik, in der sich die verschiedenen Sounds wie unterschiedlich getaktete Wellen überlagern. Die Tracks sind so gewaltig und voll, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, sich zu ihnen zu verhalten. Roman Lindaus „Avpope“ ist eine interessant gewendete Acpopnummer: Die 303-Figur ist auf einen einzigen vibrierenden Stoß reduziert. Aufgebrochen wird der Track durch einen absurden, heruntergepitchen Stimmfetzen. „Sub Suggestion“ dagegen weckt mit seinem hämmernden Grooves und den fauchenden, kreischenden Sounds Assoziationen zu Industrial und Electro. Die Fachwerk 20 von Mike Dehnert ist die spannungsreichste dieser drei Platten: In jedem Stück gibt es einen rätselhaften, kaum zu entschlüsselnden Bruch. Gegen den selbstverständlich pulsierenden Groove von „Montage“, wirkt das kurze Vocal grotesk. Die elementare Basslinie nimmt von den hitzigen Chicago-Sounds von „Isolateur“ keine Notiz. Bei „Picon“ wird der Charme der Rhythmusfigur durch chaotische, wüste Sounds brutalisiert. Und bei „Treibholz“ bläst einem der Groove ins Gesicht wie ein Sturm, die Dubs tönen aus der Ferne wie ein wegziehendes Gewitter.

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