Alles ändert sich. Als ich das erste Mal auf Louie Austen aufmerksam wurde, croonte er beswingt über der grantigen Elektronik eines Patrick Pulsinger. 1999 war das, und mein jugendlicher Horizont detektierte es als ein Debüt. Weit weniger für ihn, damals schon mit der Aura eines Silberrückens, als für die, meine, Szene, die er wie ein exotischer Faun neu befruchtete. Austen brachte Jahrzehnte Erfahrung aus Hotelbars ein, Sinatra, das Rat Pack und ein Leben auf Achse. Pulsinger steuerte sich selbst überholende, postmoderne Studioexperimente bei. Heute wirkt Austen anders, der damalige Hauch von Film Noir ist in der gleißenden Geschmepopigkeit der neuen Tracks zwischen House, Pop und Seventies verblasst. Ein eigenes Label, das erste Album darauf, alles läuft gut. Doch ein wenig fehlen das Abenteuer, die Reibung mit einem Produzenten seines Formats, mit der er vor kurzem noch – an der Seite von Señor Coconut – „Dreams Are My Reality“ auflodern ließ. Gegönnt sei ihm der Sprung in die Charts von Herzen, ich persönlich neige eher zum zweiten Teil des Doppelalbums, den Remixen. Und überhaupt, live ist er immer noch am besten.

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