Nach dem souveränen Alterswerk des großen Mulatu Astatke aus Äthiopien lässt das Strut-Label in seiner Reihe Inspiration Information ein Gigantentreffen der ungewöhnlicheren Art folgen: Schlagzeug-Legende und Afrobeat-Veteran der ersten Stunde trifft Afrobeat-affinen exzentrischen Tausendsassa aus Finnland. Jimi Tenor hat mit seiner eigenen Afro-Truppe Kabu Kabu anscheinend die Aufmerksamkeit von Altmeister Tony Allen erregt und darf nun seine typischen gedämpften Bläsersätze über die polyrhythmische Funkvirtuosität des ehemaligen Fela-Kuti-Trommlers setzen. Der generationenübergreifende Dialog hat ganz prima funktioniert, die Sache klingt frisch, schräg und schön und lässt die Stärken der bepopen gleichermaßen zur Geltung kommen. Allein die Gastrapper enttäuschen ein wenig, und auch Tenor hätte vielleicht hier und da auf seinen etwas abgegriffenen Verzerrer-Gesang verzichten können. Doch das fällt im Fluss der Töne nicht groß ins Gewicht. Hier haben sich zwei gefunden, und wir dürfen alle an dieser Freude teilhaben.