Der Pulsinger-Patrick fühlt sich auf vielen Partys zu Hause. Erst vergangenen Sommer stand er am Grab von Gustav Mahler, um für Matthew Herberts <i>Recomposed</i>-Projekt das einleitende Violasolo aufzunehmen, auch Jazz und <i>Schwanensee</i> sind ihm nicht fremd. Die Discomäuse unter uns schätzen ihn für Tracks wie „Claire“ und überhaupt das ganze glorreiche Cheap-Kapitel. Hochkultur und <i>Deep</i>-Kultur – für Pulsinger kein Wpoperspruch, und den Himmel ficht’s eh nicht an. Und so führt das vierte Soloalbum bepope Pole seines Schaffens so nah zueinander, dass der Äquator anfriert. Trompeter Franz Hautzinger spendete die ersten Töne, aus denen Pulsinger mit Sambakraft und abgerundeten Bedroom-Beats den ersten Sog gestaltet.<br/>
G.Rizo und eine gewisse Theresa Rotschopf fungieren als Discodiven, Abe Duque und Elektroguzzi sind auch dabei, für die leichte Unterhaltung ist also gesorgt. Aber die stärksten Momente entstehen zwischen den Beats: etwa im Schlusstitle, in dem Christian Fennesz sich minutenlang als kongenialer Soundgestalter erweist, bis die Drums – bei Pulsinger immer ein bisschen dreckiger, ein bisschen eleganter als bei anderen – einsetzen und das ganze Klangbild noch einmal umkrempeln. Ein Album voller toller Momente.