Es ging ungestüm los, 1989, nachdem Philip „PJ“ Johnson und Carl „Smiley“ Hyman ihr Label Shut Up And Dance Records ins Leben gerufen hatten. Man samplete von Suzanne Vega über Duran Duran bis George Kranz jeden, der nicht bei zwei auf dem Baum war, verkaufte Platten voll rumpelnder, seelenvoller Breakbeats aus Kofferräumen und landete damit sogar in den Charts. Diese Werkschau mit Veröffentlichungen aus den vergangen zwanzig Jahren zeigt – wenn auch recht erratisch angeordnet – auf drei CDs, wie PJ und Smiley sich anfangs noch als HipHop-Produzenten verstanden und die Karrieren von tollen Sängern wie Nicolette, den Ragga Twins und Peter Bouncer anstießen. Unverwüstliche Partykracher wie „18“ Speaker“ oder „Raving I’m Raving“ legten Grundsteine für die britische Basskultur, und SUAD machten von Hardcore über Jungle bis 2Step jeden Quatsch mit. Die 2Step-Produktionen um die Jahrtausend-Wende waren allerdings die letzten ihrer Tracks, die Spaß machten. Ab 2002/2003 verfransten sich PJ und Smiley in öde harten Nubreaks-Gefilden. Der rave spirit aus den Anfangstagen ist zwar auch in aktuellen Stücken noch spürbar. Aber er ist schal geworden. Vielleicht würde ja eine Portion Dubstep helfen?

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