Holz ist eine dieser Platten, die einmal mehr die Frage aufwerfen, wie verfeinert Housemusic eigentlich noch werden kann. Holger Zilske begeht auf dem ersten Album unter seinem richtigen Namen allerdings nicht den Fehler, bloß Oberflächen zu polieren oder im mikroskopischen Bereich immer noch kleinteiliger zu werden. Die Verfeinerung des Berliner Produzenten besteht vielmehr darin, das harmonische und atmosphärische Feld seiner Tracks kontinuierlich zu erweitern. Zilske ist ein Meister darin, Beats, Sounds und vor allem seine disparaten Melodiesplitter bis kurz vor dem Zerfall der Strukturen auseinander zu nehmen, woraus sich ein umso größerer Sog entwickelt. House am Rande der sinfonischen Implosion sozusagen. Zilske nimmt sich viel Zeit, seine Stimmungen zu entwickeln, nichts wirkt überstürzt, zu drängend oder offensichtlich, sondern geradezu wie das Gegenteil der im Ursprung ungestümen Housegrooves. Und genau aus dieser verfeinerten Eleganz zieht Holz seine eine enorme Strahlkraft.

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