Felix Da Housecat gehört zu den Helden des Chicago-House-Revivals aus den neunziger Jahren, er war für das maßgebliche Label Radikal Fear verantwortlich. 2001 gelang es ihm mit Hits wie „Silver Screen“ und „Madame Hollywood“, Electroclash mitzuerfinden. Auf He Was King versucht er weitgehend erfolglos, die popeen von damals als Erfolgsrezept anzuwenden. Während das Album von 2001, Kittenz And Thee Glitz, eine Verbindung zwischen dem Insistieren des Chicago-Sounds und der Unerbittlichkeit von Electroclash herstellte, handelt es sich bei weiten Teilen des neuen Albums um den besinnungslosen Clubpop einer beliebigen Ibiza-Compilation. Erzwungene Clubeuphorie erklingt im Wechsel mit beschaulichen Vocoder-Popsongs. Wenn im Michael-Jackson-Sommer in einer Hymne Prince geehrt wird, ist das bloß unfreiwillig komisch. Am gelungensten sind die Stücke, die am wenigsten auf der Linie des Albums liegen, etwa das charmente „Don’t Try This At Home“. An einstige Großtaten knüpft nur eine krachige Filterorgie namens „L.A. Ravers“ an. Zu größten Teil wirkt das Album runtergekommen und beinahe zynisch.

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