Nach Herrn Kruder präsentiert nun auch Herr Dorfmeister eine private Zusammenstellung seiner ewigen Lieblingsstücke. Auf genau diese Privatheit wird hier viel Wert gelegt und genau deshalb ist es eigentlich unmöglich, eine solche Zusammenstellung zu besprechen, denn das hieße ja, über persönliche Vorlieben zu urteilen. Konstatieren lässt sich, dass es auf dieser CD erwartungsgemäß gediegen zugeht. Es dominieren leichtfüßige Jazzgitarren, samtweicher Bossa, gepflegter Blues, offensiv harmlose Pianoträumereien, kurz: Es herrschen Flair und Klasse. Nun, wer Ecken und Kanten, Bruchstellen und Wpoperhaken sucht, der ist hier eh nicht die Zielgruppe, stimmt‘s? Wirklich schön ist, dass Dorfmeister ohne distinktiven Gestus kompiliert hat. Nicht so schön sind hingegen die <i>liner notes</i>, die ob ihres beträchtlichen Anteils an Worthülsen etwas schal schmecken. Aber wer braucht schon Begleitcontent:encodede? Wer meint, den Menschen Richard Dorfmeister kennenlernen zu müssen, kann ihn ja einfach mal anrufen. Wer hingegen Freude am Seichten und Leichten, am perfekten Arrangement und an schönster Oberfläche hat, der wird hier 74 Minuten lang perfekt unterhalten.

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