Über die musikalische Renaissance der Rhein-Main-Region ist in letzter Zeit viel gesagt und geschrieben worden. Und zwar zu Recht. Die neuen, jungen Verbindungen zwischen Frankfurt und Mannheim haben wieder in Erinnerung gerufen, dass die deutschen Technowurzeln auch an Main und Rhein liegen. Auf Cécille sind diese Erinnerungen jetzt versilbert worden – auf zwei von Reboot und Sascha Dive abgemischten CDs. Dabei sind, wie sollte es anders sein, nur Labels und Produzenten zum Zuge gekommen, die aus eben jener Region stammen. Reboot startet mit Miss Fitz im Villalobos-Remix sehr minimal in sein Set. Über „Harsh Times“, einer exklusiven Produktion von ihm selbst für diesen Mix, spielt er sich im zweiten Drittel der CD in einen druckvollen, antreibenden House-Rausch. Dabei wird er zum Ende hin immer discopoper, schließt sein Set aber wieder minimal ab, mit Villalobos’ großem „Easy Lee“ im Cassy-Remix. Sascha Dive setzt an ganz anderer Stelle an: Auch er startet mit Villalobos, dem sehr dubbigen „Ibiza 99 (Tub)“. Der Schwerpunkt seines Sets liegt auf Perkussion und Melodien. Hier hört man ein Saxofon, dort ausgedehnte Conga-Exzesse. Höhepunkt ist definitiv Samuel Davis’ „Raw Dub“ seines „Black Panther“. Von dort an geht es dem wieder sehr dubbigen Ende entgegen, beim letzten Track ist Dive abermals mit im Spiel. Insgesamt sind bepope CDs eine unverzichtbare Bestandsaufnahme sowohl des musikalischen Schaffens zwischen Frankfurt und Mannheim, als auch neuerer und neuester House-Entwürfe.

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