Schon lange bevor die Essener Clique um Manuel Tur das Ruhrgebiet zurück auf die House-Landkarte setzte, verteilte der Dortmunder DJ und Produzent Ingo Sänger soulige 4/4-Takte auf seinem Label Farspope. Nun präsentiert eine CD einen Rundblick über die bis dato 14 Veröffentlichungen. Allerdings nicht als schnöder Abklatsch der bereits erhältlichen Maxis. „Wir haben alle Tracks neu editiert, damit es nicht nach einem DJ-Mix klingt, sondern nach einer CD mit musikalischer Nachhaltigkeit“, erklärt Sänger selbst zur Kompilation. Die ist, bis auf wenige Ausnahmen, eine regionale Angelegenheit und wird von Künstlern wie Herb LF, Westpark Unit oder Matt Flores bestimmt. Sie sind keinem Reinheitsgebot von House verpflichtet, sondern schätzen auch Soul-, Jazz-, Funk- und Dubanleihen, um ihren Tracks eine tiefe Musikalität einzuimpfen. „House klingt heute nicht mehr wie vor zwanzig Jahren, und man kann auch wieder 100 BPM auflegen, ohne dass es die Leute irritiert“, resümiert Sänger zur allgemeinen House-Renaissance – und umschreibt damit nebenbei wie Farspope 1.0 funktioniert. Denn hier wird kein hämmernder Mix serviert, sondern Clubmusik für ein groovendes Leben jenseits der Tanzfläche.

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